Ein erfolgversprechender Weg, damit die Küche immer schön sauber aussieht, ist es, auswärts essen zu gehen. Für alle, die sich das nicht auf Dauer leisten können oder wollen, haben wir in diesem Artikel einige Profitipps zusammengestellt, wie die sensiblen Bereiche der Küche trotz mechanischer Bearbeitung durch Lappen und Mittelchen auch nach Jahren aussehen wie neu.

Das Reinigen der Küchenoberflächen empfiehlt sich nicht nur aus Gründen der Optik, insbesondere ist es eine Frage der Hygiene. Damit Sie möglichst lange Freude haben an den Oberflächen Ihrer Küche – egal ob glänzend, matt oder aus Naturmaterial –, geben wir Ihnen im Folgenden einige Putzempfehlungen. Es kommt nicht darauf an, dass Sie wirklich jedes Mal genau diese Tipps beherzigen, doch die langfristige Anwendung zahlt sich am Ende aus. Andernfalls verkaufen wir Ihnen natürlich gern neue Fronten und Spülen …

1. Die meisten Flecken und Verschmutzungen in der Küche fallen naturgemäß auf dem Herd an. Angetrocknete und verkrustete Essensreste, manchmal sogar etwas Übergekochtes – da wird das Putzen zur Herausforderung. Zunächst einmal lohnt es sich, direkt während des Kochens kleine Kleckereien sofort zu entfernen. Aber Vorsicht vor Verbrennungen! Die intensive Reinigung sollten Sie dagegen nur im abgekühlten Zustand des Kochfeldes vornehmen. Bei älteren Herdarten reichen in der Regel Wasser, Spülmittel und ein weicher Lappen, Verkrustungen einfach einweichen. Bei Ceranfeldern möglichst keinen rauen Schwamm und als Reiniger die speziell dafür vorgesehenen verwenden. Angebranntes lässt sich hier relativ gut mit einem Schaber entfernen.

2. Die Küchenfronten können Sie von Zeit zu Zeit mit warmem Wasser und bei Bedarf etwas Spülmittel abwischen. Hinterher am besten mit einem fusselfreien Tuch trocken wischen und polieren. Lackfronten hingegen sollten Sie auf keinen Fall mit einem herkömmlichen Mikrofasertuch putzen. Die darin enthaltenen winzigen Metallteilchen, die sonst so schön polieren, würden dafür sorgen, dass die lackierte Oberfläche nach einiger Zeit stumpf aussieht. Es gibt allerdings besondere Mikrofasern, die speziell für Lack und polierte Oberflächen ausgelegt sind.

3. Noch ein Extratipp: Ihre Dunstabzugshaube sollten Sie ebenfalls von Zeit zu Zeit reinigen. Den in allen Varianten enthaltenen Metallfilter stellen Sie am besten in die Spülmaschine, das Intervall hängt von Ihren Kochgewohnheiten ab – Empfehlung: alle 4 Wochen. Den Aktivkohlefilter von Umluftmodellen sollten Sie spätestens alle 3 Monate austauschen, damit die Funktion gewährleistet bleibt und sich kein Schimmel bilden kann. Dabei sollten Sie zugleich das Innenleben der Abzugshaube reinigen und von Fett befreien.

4. Edelstahl I. Ob matt oder glänzend, viele schätzen am Edelstahl die schicke silberfarbene Optik. Und die wird zuweilen von Fingerabdrücken oder Flecken gestört. Die meisten Spuren lassen sich schnell mit einem feuchten Lappen, ggf. mit einem zusätzlichen Spritzer Spüli, entfernen. Auch ein angefeuchtetes Mikrofasertuch wirkt oft Wunder. Für stärkere Verschmutzungen empfehlen wir die Verwendung einer speziellen Reinigungsmilch. Achtung: gebürsteten Edelstahl nie quer zur Schliffrichtung wischen, das zerstört den besonderen Look!

5. Edelstahl II. Pfiffige Haushaltsmittel, mit denen Sie spezielle Flecken von Edelstahl-Oberflächen entfernen: Kalkränder beseitigen Sie leicht mit Essig oder Essigessenz. Vorbeugend hilft natürlich, mit einem fusselfreien Tuch stets ordentlich trocken zu wischen und keine nassen Spülschwämme liegen zu lassen. Gegen Tee- oder Kaffeeränder haben sich Natron (tanninlösend) bzw. Backpulver bewährt. Auf keinen Fall mit scheuernden Mitteln oder Schwämmen zu Leibe rücken – das führt zu unschönen Kratzern!

6. Edelstahl III. Leider hält der blankgeputzte Zustand bei Edelstahlflächen meist nicht lange an. Dagegen hilft eine spezielle Pflege des Materials: Mittlerweile sind Cremes und Sprays auf dem Markt erhältlich, die eine Art Schutzfilm auf der Oberfläche aufbauen. Die Folgen sind deutlich weniger Fingerabdrücke, weniger Flecken und Kalkablagerungen über mehrere Tage und manchmal sogar Wochen hinweg. Man sollte diese Mittel jedoch nicht dort anwenden, wo Lebensmittel direkten Kontakt haben.

7. Arbeitsplatte reinigen: Hier kommt es natürlich auf das Material an. Grundsätzlich sind auch bei den Arbeitsplatten scheuernde Reinigungsmittel tabu.
a. Oberflächen aus Kunststoff bekommt eine Pflege aus warmem Wasser und Spülmittel am besten, bei festeren Verschmutzungen halten sie aber auch gröbere Reinigungsmittel wie Glasreiniger oder Spiritus aus.
b. Arbeitsplatten aus Holz sind trotz einer Imprägnierung relativ empfindlich. Flecken sollten daher schnell entfernt werden, bevor sie ins Holz einziehen können, und auch Wasser sollten Sie möglichst rasch wegtrocknen.
c. Steinarbeitsplatten (zum Beispiel aus Granit) sind dagegen recht pflegeleicht und sollten in der Regel nur mit klarem Wasser gereinigt werden. Die individuellen Unterschiede beim Putzen erklären wir Ihnen gern. Entscheidend ist allerdings stets eine sorgfältig aufgebrachte Schutzschicht, damit sich in den feinen Poren keine Rückstände ansammeln können.

8. Ihre Spüle benötigt ebenfalls hin und wieder eine kleine Reinigung. Edelstahlspülen säubern Sie möglichst wie bereits beschrieben. Besteht Ihre Spüle aus dem kratzfesten Trendmaterial Silgranit, sollten Sie zunächst mit Zitronensäure vorbehandeln und anschließend die Oberfläche mit Vollwaschmittel (wegen des Bleichmittels) einseifen. Am besten über Nacht einwirken lassen und dann einfach abspülen und trocknen. Eine Keramikspüle ist ebenso unempfindlich und benötigt kaum gesonderte Pflege. Manchmal sorgen Metallgegenstände für Streifen, die Sie jedoch bequem mit ein wenig Scheuermilch wieder entfernen können.

9. Auch Ihre Wandfliesen – und vor allem die Fugen – verdienen von Zeit zu Zeit etwas putzende Aufmerksamkeit. Das geht sogar ohne Chemie mit einem einfachen Haushaltsreiniger. Wirklich hartnäckige Beläge beseitigen Sie mit einer Mischung aus Essig oder Zitronensäure und Backpulver: Einfach mit einer Zahnbürste schaumig aufbringen, eine Weile wirken lassen und anschließend warm abwischen. Kalkrückstände verschwinden leicht, wenn man sie mit der Innenseite einer Orangenschale einreibt (leicht einwirken lassen und mit Wasser abspülen). Alternativ können Sie auch auf einen Dampfreiniger zurückgreifen, der schnell tadellose Ergebnisse erzielt.

10. Bei den Küchenarmaturen kommt es wieder ganz auf das Material an, ob glänzendes Chrom, matter oder satinierter Edelstahl oder etwas ganz anderes. Bitte beachten Sie die Pflegehinweise des Herstellers, denn der falsche Reiniger kann viel von der gewollten Optik zerstören. In jedem Fall empfiehlt sich ein weiches Tuch, auf welches das Reinigungsmittel aufgetragen wird – nicht direkt auf die Armatur. Dort sollten Sie es dann allerdings einige Minuten einwirken lassen, bevor Sie das Mittel wieder abspülen und die Armatur trockenpolieren. Verwenden Sie keine aggressiven Säuren und mischen Sie keine Mittel, dann erhalten Sie ein einwandfreies Ergebnis. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim sauber halten Ihrer Küche.